Der Energieausweis ist wohl eines der wichtigsten Dokumente für den Hausverkauf. Seit 2014 darf er bei keinem Immobilienverkauf fehlen und seit 2015 wird auch keine Übergangsfrist mehr gewährt. Eigentümern, die den Energieausweis beim Verkauf ihrer Immobilie unterschlagen, drohen hohe Geldstrafen. Von einer stiefmütterlichen Behandlung dieses wichtigen Dokuments ist bei dem Verkaufs-vorhaben einer Immobilie also eher hinderlich. Hier erfahren Sie alles, was Sie über den Energieausweis wissen müssen.

Der Energieausweis – das steht drin

In einem Energieausweis wird der energetische Zustand des Hauses festgehalten. Hier wird folglich aufgelistet wie hoch der tatsächliche und der mutmaßliche Energieverbrauch des Hauses ist. Beim Immobilienverkauf ist er vor allem für die potenziellen Käufer wichtig. Sie können sich auf diese Weise einen guten Überblick über die zu erwartenden Energiekosten machen.

Energetische Fakten und wie man sie beschafft

In einem Energieausweis dürfen sämtliche Angaben zu dem Energievierbauch der Immobilie nicht fehlen. Wichtig sind hier vor allem Angaben zu

  • Baujahr
  • Heizungsart
  • Energieverbrauch in kWh/Quadratmeter
  • Energieeffizienzklasse

Der Energieausweis einer Immobilie wird üblicherweise von einem ausgebildeten Energieberater oder einem Schornsteinfeger erstellt. Mittlerweile finden sich aber auch immer mehr Onlineportale, mit deren Hilfe Eigentümer den Energieausweis selbst erstellen können. Wer das Dokument schlussendlich ausstellt hängt von der gewählten Ausweisart ab.

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis – was eignet sich besser?

In Deutschland gibt es zwei verschiedene Arten eines Energieausweises. Eigentümer haben die Wahl einen Bedarfsausweise oder einen Verbrauchsausweis zu erstellen.

Ein Verbrauchsausweis zeigt den tatsächlichen Energieverbrauch der Immobilie. Um hier einen eindeutigen Wert zu ermitteln, wird der Durchschnittswert aus den Verbrauchswerten der letzten drei Jahren berechnet. Hier müssen Sie also Ihre Nebenkostenabrechnungen der letzten drei Jahre vorlegen können.

Vorteilhaft an dem Verbrauchsausweis ist, dass er relativ kostengünstig ist. In vielen Fällen kann er einfach online von Ihnen direkt erstellt werden. So sparen Sie sich Zeit und Geld. Jedoch benötigen Sie hier die Unterschrift eines ausgebildeten Energieberaters, um dem Ausweis seine Gültigkeit zu verleihen.

Negativ an dieser Ausweisart ist, dass hier das Nutzerverhalten der Bewohner widergespiegelt wird. Je nach Bedarf der Bewohner kann die Energieeffizienzklasse also niedriger ausfallen und sich somit negativ auf den Immobilienverkauf auswirken.

Der Bedarfsausweis fällt oft deutlich teurer aus. Hier muss ein ausgebildeter Energieberater oder ein Schornsteinfeger den Energiebedarf der Immobilie bestimmen. Für diese Art der Energieverbrauchsbestimmung werden ausschließlich technische Daten einbezogen. Ausschlaggebend für die schließlich festgelegte Energieeffizienzklasse sind also die Gebäudegröße, die verwendeten Baustoffe und die aktuelle Anlagentechnik unter Normbedingungen. Der tatsächliche Verbrauch der Bewohner ist hier nicht relevant.

Die Herausforderung - EnergieausweisEnergieausweis – wann beantragen?

Der Energieausweis muss bei vermieteten Immobilien bei der Immobilienbesichtigung vorgelegt werden. Für einen Immobilienverkauf darf der Energieausweis bereits im Inserat nicht fehlen.  Ratsam ist es daher, den Ausweis so früh wie möglich zu beantragen. Auf diese Weise kann eine unnötige Verzögerung des Verkaufs verhindert werden. Im besten Fall beantragen Sie den Energieausweis schon vor Vermarktungsstart. Nach erfolgreichem Abschluss des Kaufvertrags muss der Energieausweis dem neuen Besitzer unverzüglich übergeben werden.

Ausnahmen: Hier brauchen Sie keinen Energieausweis

Üblicherweise wird ein Energieausweis bei jeder Immobilienübergabe, egal ob es sich dabei um einen Verkauf oder eine Vermietung handelt, benötigt. So muss auch für die Vermietung einer Wohnung ein Energieausweis für das betreffende Gebäude angefertigt werden. Einige Ausnahmen von dieser Pflicht gibt es aber dennoch. SO ist das Vorlegen eines Energieausweises nicht notwendig, wenn

  • die zu verkaufende Immobilie eine Nutzfläche von weniger als 50 qm hat
  • die Immobilie unter Denkmalschutz steht
  • die Immobilie kurz nach dem Verkauf abgerissen werden soll

Einen Energieausweis zu beantragen kann mitunter sehr zeitintensiv sein. Wenn der Energieausweis nicht erstellt wurde und somit den Kaufinteressenten nicht vorgelegt werden kann wird nicht nur eine hohe Geldsumme fällig, hat sich ein Interessent zum Kauf entschieden kann der Deal aufgrund des fehlenden Energieausweises schnell platzen. Damit Sie bei der eigenen Erstellung Ihres Energieausweises nichts vergessen, haben wir eine kostenlose Checkliste für Sie zusammengestellt. So verlieren Sie bestimmt nicht den Überblick!